Digitales Auto – «chasch schnäll sälber fahre…»

(XL) Elektronik im Fahrzeug rettet Leben, senkt den Kraftstoffverbrauch und erhöht den Fahrkomfort. Elektronik erhöht die Sicherheit, optimiert den Antrieb und verbessert den Komfort. Aus der Kommunikation ist Elektronik nicht mehr wegzudenken und öffnet mit der Verkehrstelematik die Türen zur vollständigen, automatischen und sicheren Steuerung der blechgebundenen Verkehrsteilnehmer.

ABS, Airbag und Gurtstrammer haben Autofahren sicherer gemacht. Passive Sicherheit nennt das der Fachmann, Systeme die im Falle eines Falles Schlimmeres verhindern. Elektronik soll aber binnen Kürze auch vorausschauend einschreiten und gefährliche Situationen entschärfen. Nachtsichtsysteme sollen Fussgänger und andere Hindernisse im Dunkeln aufspüren und sichtbar machen. Radargestützt sollen Autos in Zukunft den Abstand zum Vordermann beim Kolonnenfahren automatisch regulieren. Aber auch weniger spektakuläre Systeme könnten bald zum Einsatz gelangen: digitale Reifendruck-Kontrolle, lastabhängige Wartungsintervall-Anzeige und Überwachungssysteme für Betriebsstoffe und Verschleissteile sollen Fahrzeugdefekten vorkommen und rechtzeitig Warnungen aussprechen.

Allein mit der Elektrolenkung lassen sich zum Beispiel laut Experten pro Jahr 50 Millionen Liter Kraftstoff einsparen [Quelle: Experten während des internationalen VDI-Kongresses «Elektronik im Kraftfahrzeug» am 6. Oktober 2005 in Baden-Baden]. Im Gegensatz zur hydraulischen Lenkung benötigt eine elektrische Lenkung nämlich nur dann Leistung, wenn tatsächlich gelenkt wird. Dies spart einen Liter Benzin auf 400 gefahrene Kilometer.

Nicht erst seit der heissen Sommer gehören elektronisch geregelte Klimaanlagen zur Komfortausstattung eines Autos. Tempomat und Zentralverriegelung gelten kaum mehr als Luxus. Beeindruckender sind das schlüssellose Fahrzeug-Schliessystem im Renault Mégane, die elektronische Sitzverstellung mit Positionsspeicher für verschiedene Fahrer oder die elektronische Fahrwerkregelung.

Radio, Autotelefon, GPS mit elektronischer Sprachausgabe und Bordcomputer sind als digitale Kommunikationsgeräte kaum mehr aus dem Auto wegzudenken. Die Industrie expermientiert mit neuen Informations- und Leitsystemen, mit Anzeigetechnologien, die relevante Informationen auf die Frontscheibe in das Gesichtsfeld des Fahrers projizieren. Und Ingenieure träumen vom Automobil, das auf Spracheingabe reagiert und ein saloppes «chasch schnäll sälber fahre, ich mues schnäll telefoniere» mit intelligentem Autopilot reagiert und auch Kreiselverkehr und Autobahneinfahrt selbständig meistert.

Dabei helfen soll auch die Verkehrstelematik, jener Zweig der Elektronik, der sich mit der Überwachung und Regelung ganzer Verkehrsströme befasst. Wetter, Strassenzustand und Verkehrsaufkommen werden bereits heute national überwacht und in einer Leitstelle zusammengeführt. In Zukunft sollen auch die einzelnen Verkehrsteilnehmer Zugang zu diesen Informationen haben. Ob damit allerdings der tägliche Stau am Baregg der Geschichte angehören wird, bleibt fraglich.

Sicher ist, dass die Digitalisierung im Automobilbau das Potenzial hat, das Auto fundamental zu verändern. «scope34 – Elektrik und Elektronik» nimmt proaktiv an dieser Umwälzung teil mit wesentliche Innovations-partnerschaften für Zulieferer und Dienstleister aus den Bereichen Software, Elektronik, Elektrik und Mechatronik.

[http://www.pes.cs.tu-berlin.de/pes/uploads/folien/7/06-Software-Automobil.pdf#search=%22gewichtsreduktion%20automobil%22]