(pr) «Haben Sie auf der Fahrt nach Berlin noch einen Platz frei?» Viele Wochenendpendler nutzen Mitfahrgelegenheiten, statt sich alleine ins Auto zu setzen. Das ist geselliger und spart Sprit, Geld und CO2. Ähnliches könnte auch für Güter nah beieinander gelegener Unternehmen Realität werden: Transportgemeinschaften auf Schiene und Straße. Das
spart Kosten – rund 15 Prozent – und schont die Umwelt.

Experten aus dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML Prien haben mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik IPA in Stuttgart eine Web-Applikation entwickelt, die ähnliche «Geselligkeit» und vor allem Ersparnisse für den gewerblichen Gütertransport ermöglichen soll.

«Bisher gibt es selbst für Einzeltransporte kaum Übersichten, welche Möglichkeiten es beim kombinierten Straße-Schiene Verkehr gibt. Gezielte Vorschläge für gemeinsame Transporte werden von üblichen Systemen nicht gemacht», sagt Agnes Eiband, Projektleiterin Güterverkehr. «Die Firmen müssen selbst herausfinden, wo der nächste Umschlag-terminal ist – sowohl zu Hause als auch beim Kunden –, wie die Verbindungen sind und was der Zugtransport kostet. Außerdem müssen sie die Anlieferung und Abholung der Waren selbst organisieren.»

Vielen Unternehmern ist das zu kompliziert. Deshalb schicken sie ihre Fracht wie gewohnt per LKW zu den Kunden. Deenn die Unternehmen haben oft nicht genug Waren, um einen Zug auszulasten.

Die Experten aus Stuttgart haben ein Web-basiertes Tool entwickelt: Intermodal4all. Ein Prototyp ermittelt für Unternehmen in einer Region per Mausklick, welche Möglichkeiten es für den gemeinsamen und kostengünstigen Transport ihrer Waren gibt. Das System macht Vorschläge, mit welcher Firma man seine Transporte zusammenlegen kann und zeigt die Ströme in einer Karte. Der Bahnkonfigurator berechnet die verschiedenen Varianten für Schiene und Straße.

Ein weiteres Modul bewertet die ermittelten Möglichkeiten und optimiert die Transportanfragen. Unternehmen einer Region können damit entweder bereits vorhandene Zugverbindungen nutzen oder gemeinsam einen Zug gründen, der beispielsweise wöchentlich eine längere Strecke übernimmt.

Dank serviceorientierter Software-Architekturen und Web-Services erwarten die Wissenschaftler, dass ihre Platform europaweit nutzbar wird. «Der modulare Aufbau sorgt dafür, dass sich andere Transportoptimierungssysteme integrieren und somit weiterhin nutzen lassen», glaubt Eiband. Dies mache die Softwarelösung auch für Speditionen oder Großkunden interessant, die ihre Transporte optimieren wollen.

Weitere Informationen unter
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/08/MitfahrgelegenheitGueter.jsp



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